Die Fischermühle
Die Fischermühle

Die Geschichte der Fischersmühle ist von einer selten großen Beständigkeit und einem Hort von Betriebsamkeit geprägt. Sie gehört zu den ältesten im Bubenhofer Tal. Die 1342 zuerst erwähnte Stollenmühle in der Horgenau, die jetzige Fischersmühle, früher auch Bechtolds-, Regentags- oder Koppenmühle genannt, war ein Lehen derer von Zimmern an die von Bubenhofen.
Als Lehensnehmer werden 1342 die Herren von Bubenhofen und später Rosenfelder und Binsdorfer Bürger (Kopp bzw. Regentag) genannt.
1442 wurde sie an die Rosenfelder Frauenpflege verkauft, die fernerhin die Unterlehensherrschaft behielt. Auch hier waren die Müller Rosenfelder Bürger. Die Mühle befand sich dann über 300 Jahre lang im Besitz einer Familie Fischer. Von 1755 bis 1830 war eine Hanfreibe mit ihr verbunden (DLB I S. 678).

Die Frauenpflege war die Vermögensverwalterin der Heiligen [?]. 1413 wird erstmals bezeugt, dass die Kapelle, die heutige Stadtkirche, «unserer lieben Frau» (gemeint ist Maria) geweiht war. Die «liebe Frau von Rosenfeld» wurde kurz Frauenpflege genannt. Als Vermögensverwalterin sei sie sicherlich eine reiche Institution gewesen, sie hatte Grundbesitz und vergab Kredite. Man kann die Frauenpflege als Vorläuferin von Banken bezeichnen. Die Frauenpflege behielt, wie in der Kreisbeschreibung nachzulesen ist fernerhin die Unterlehensherrschaft.

Vermutlich betrieb der um 1557 geborene Martin Fischer, Müller im Bubenhofer Tal, die Müllerei der Rosenfelder Frauenpflege. Martin Fischer war der Spross des Matthias Fischer, dessen Todesjahr mit 1567 angegeben ist. Er ist Gründer der weitverzweigten Fischer-Dynastie.
Die «Müllerei» geht auf den vorgenannten Martin Fischer zurück. Ihm folgten der Reihe nach ein Jakob Fischer 1580, ein Johan Ludwig, ein Johannes Ludwig und so weiter bis ins 19. Jahrhundert. Johannes Fischer, geboren 1802, gestorben 1877, war der letzte Müller dieser Familie in der Fischersmühle.
Nach über 300 Jahren fand ein Besitzerwechsel statt: Familie Bock kaufte Müllerei und Sägewerk. Unter der Ära Bock wurde 1905 auf Dampfbetrieb umgestellt und die Triebwerksanlage 1921 und 1952 erneuert.
1919 wurde die herrschaftliche Villa erstellt.
Eine Fabrikation von Obstkisten wurde eingerichtet. Nebenher wurde immer auch ein landwirtschaftlicher Betrieb geführt.
Etwa Mitte der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts kam das Aus für das Sägewerk, mitten im wirtschaftlichen Aufschwung durch Misswirtschaft und Trunksucht herbeigeführt.

Zehn Jahre lang lag das Anwesen brach, bis es von Paul Hofmann entdeckt wurde.

Quellen:

Statistisches Landesamt Baden-Württemberg in Verbindung mit dem Landkreis Balingen (Hrsg.): Der Landkreis Balingen - Amtliche Kreisbeschreibung. Band I und II. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart 1960 - 1961,
mündliche Überlieferungen und das Internet.